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Methodencheck: Konmari

Ordnungsmethoden gibt es wie leere Gerätekartons im Keller. Und jede einzelne wird als der heilige Gral verkauft. Zeit, mal etwas genauer hinzuschauen in der Reihe "Methodencheck".


Heute: Die weltweit wohl bekannteste Methode, die der Japanerin Marie Kondo. Die Konmari-Methode hat es in die Bestsellerlisten geschafft. "to konmari" ist ein gebrauchtes Verb geworden. Was hat es mit der Methode auf sich und wieso rufen mich Menschen an auf der Suche nach Unterstützung in Sachen Ordnung, obwohl doch alle Bücher von Marie Kondo bei ihnen im Bücherregal stehen?



Wie funktioniert die Methode?


Die folgenden vier Elemente zeichnen die Methode aus bzw. sind die Elemente, die für die die Methode bekannt geworden ist:

  • Es wird nach Kategorien vorgegangen, deren Reihenfolge vordefiniert ist: Kleidung zu beginnen, dann Bücher, Papiere, Komono (Verschiedenes) und zuletzt sentimentale Gegenstände.

  • Es werden alle Gegenstände aus einer Kategorie zusammengetragen und dann mit dem bekanntesten Element der Methode geprüft:

  • Die Frage "Does it spark joy?" (=Löst es Freude aus?): Es sollen nur Dinge behalten werden, die „Freude bereiten“.

  • bei Gegenständen, die man loslässt, wird sich für ihre Dienste bedankt.


Was ich an der KonMari-Methode mag:


Was ich an der KonMari Methode mag, ist der Fokus auf das „Freude bereiten“. Denn darum geht es doch unterm Strich: Wie möchte ich leben? Was ist mir wichtig? Was tut mir gut?


Die Dinge, die uns umgeben, sollen unsere Bedürfnisse befriedigen. Freude, ein gutes Gefühl, positive Vibes das ist doch, wie sich ein Zuhause anfühlen soll.


Was ich an der Konmari-Methode nicht mag:


Den Fokus auf die Frage "Does it spark joy?"


Hä? Das war doch, was du daran magst?


Ja und nein.


Denn die Entscheidungsfrage "Does it spark joy?" liefert keine Antworten auf

  1. "Was soll ich mit den Papieren für die Steuererklärung, dem Staubsauger und dem Gerätekarton vom a****-teuren Fernseher machen. Die sparken so mal gar keine Joy!"

  2. "Alles hier sparked joy. Jedenfalls in meiner Vorstellung, in der ich bald die Zeit habe, all die Bastelmaterialien, all die Stoffe, all die Backformen zu benutzen."

  3. "Ich hab einfach gerne Dinge um mich. Natürlich sparked das joy!"


Was uns glücklich macht, Freude auslöst, ist sehr unterschiedlich. Für manche Menschen lösen nahezu alle Dinge, die sie besitzen, in irgendeiner Form ein positives Gefühl aus. Das kann Sicherheit, soziale Zugehörigkeit, Selbstverwirklichung oder Entspannung sein. Völlig unabhängig davon, ob der Gegenstand tatsächlich für diese Bedürfnisse genutzt wird. Allein die Möglichkeit, sie dafür nutzen zu können, verursacht ein freudiges Gefühl.


Das Zuviel, das Nichtsfinden, die Unordnung, die Schränke, die nicht mehr zugehen, die sparken nur sorrow. Aber jeder einzelne Gegenstand, beim Prüfen auf seine Dableibeberechtigung: 50 shades of joy!



Für wen die Methode geeignet ist:


Entscheidungsfreudige Menschen, die absolut im hier und jetzt leben und ihre Entscheidungen für oder gegen Gegenstände nicht von hätte, könnte, wollte lenken lassen. Disziplinierte Menschen, die sich die Zeit nehmen können, und wollen, den kompletten Kleiderschrank in einer Aktion auszumisten und das bis zum Ende durchziehen.


Für wen die Methode nicht geeignet ist:


Menschen, die schnell frustriert sind, zu Überforderung neigen und Schwierigkeiten haben, Entscheidungen zu treffen. Menschen, die eher Möglichkeiten in Dingen sehen, anstatt rationale Nutzungen abzuwägen.

Menschen, die aufgrund von körperlichen Einschränkungen oder seelischen Herausforderungen Mühe haben, längere Zeit am Stück an einem Projekt zu arbeiten.


Wie fällt dein Methodencheck aus?

Was magst du an der Konmari-Methode? Hast du sie schon ausprobiert? Wo bist du ins Stocken geraten? Was daran hat für dich funktioniert?


Lass es mich in den Kommentaren wissen. Ich freue mich auf den Austausch dort.


Viele liebe ordentliche Grüße,

Deine Sarah



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