• Sarah Kiefer

Zufluss stoppen - weniger Dinge annehmen

Fragst du dich, wie all die Sachen überhaupt in deine Wohnung gekommen sind?

Warum auch nach dem Ausmisten immer wieder Sachen den Weg in eine Wohnung finden?


Leben ist organisch. Solange wir leben, arbeiten, essen, basteln, Hobbys haben - so lang benutzen wir auch Dinge und lassen sie in unser Leben und in unsere Wohnung rein.

Unsere Wohnung ist ein Abbild von uns - von den Dingen, mit denen wir uns beschäftigen, beschäftigt haben oder beschäftigen wollten.


Unordnung entsteht dann, wenn man zu viele Dinge zu lange Zeit auf zu engem Raum hat. Sicher hast du schon mal den Tipp gehört: Für ein Teil das reinkommt muss ein Teil raus. Denn, die Menge an Dingen in deiner Wohnung bleibt nur dann im Gleichgewicht, wenn so viel rein kommt wie auch rausgeht. Wirklich viel Unordnung entsteht, wenn wesentlich mehr in die Wohnung reinkommt als gehen gelassen wird.


Ausmisten und Platz schaffen ist also mehr gehen zu lassen als wieder reinzuholen. Doch wie kann das gelingen und warum gelingt es dir vielleicht nicht?


sei der Türsteher

Der Einzige der in der Hand hat, was in die Wohnung rein kommt das bist du. Du alleine bist verantwortlich dafür, welche Dinge und wie viele Dinge, ihren Weg in dein Haus gefunden haben. Du hast sie reingelassen.


Wie der Türsteher vor dem Club - ist es deine Aufgabe an der Türschwelle zu entscheiden, wer rein kann und wer nicht - damit drin alle eine gute Zeit haben.


Ist der Club zu voll kann keiner tanzen. Sind drin nur Langweiler, die in der Ecke stehen und verstauben wird drin keine gute Stimmung aufkommen. Wenn du nur Chaoten reinlässt, dann werden die Leute, die eine gute Zeit haben wollen, sich gar nicht finden und ständig von diesen Chaoten abgelenkt und genervt.

Im Laufe eines Abends musst du als Türsteher auch entscheiden, ob die die vor der Tür warten gut zu denen passen die schon drin sind.


Das wichtigste was ein Türsteher können muss, ist “nein” sagen. Und das gilt auch für dich in deiner Wohnung.


“Nein” sagen und Geschenke und Angebote ablehnen


Die Aufgabe von Lidl, Amazon, Kaufland, Toom, etc. ist es, dir Sachen zu verkaufen.

Und oft passiert das durch ein Hintertürchen. Mit ein paar Gratisangeboten und irgendwelchen Werbebotschaften die dich dazu animieren sollen, Dinge zu kaufen.


Deine Aufgabe ist es, zu entscheiden, ob du das möchtest oder nicht und im richtigen Moment “nein” zu sagen. Wann immer etwas umsonst ist kannst du dir merken:

“If it’s for free you are the product” - Wenn etwas umsonst ist bist du das Produkt.


Das gilt zum Beispiel für Sammelpunktekarten. Die ist umsonst, du kriegst sogar noch was dafür, aber was du dafür hergibt sind deine Daten. Das selbe gilt aber auch für solche Punkte-sammel-Kärtchen, bei denen du für jeden Einkauf einen Sticker bekommst und dann ein Produkt günstiger kaufen kannst. Dadurch wirst du animiert, mehr und häufiger einzukaufen. Hier solltest du dich fragen, ob du das rabattierte Produkt, auf das du so sparst, überhaupt brauchst.


Zu diesen Angeboten gehören auch Werbegeschenke die du einfach so in die Hand gedrückt bekommst oder Dinge die du eigentlich gar nicht kaufen wolltest.


“Kauf zwei Schneeschippen und erhalt einen Sack Streusalz gratis dazu” Jetzt hast du eine Schneeschippe mehr als wolltest und noch einen Sack Streusalz , den du vielleicht gar nicht brauchst.

  • Parfüm und Cremepröbchen - ob im Drogeriemarkt oder bei der Onlinebestellung am Checkout

  • 5 Tütchen Majo und 6 Tütchen Ketchup zu den To-Go-Pommes, die dann Ewigkeiten in deinem Kühlschrank darauf warten, verwendet zu werden

  • 2 Deutschland-Autofahnen zu deiner Tankfüllung - du wirst dich im Sommer an mich erinnern

Immer wenn etwas gratis dazu kommt, ist es sowieso eingepreist und nicht gratis.

Und dann solltest du dich fragen: "Würde ich das denn auch dann kaufen, wenn ich es bezahlen müsste und es nicht umsonst wäre?"


Denn das sind alles Dinge, von denen du gar nicht vorhattest, sie anzuschaffen.

Werbung vermeiden

Werbebotschaften umgeben uns überall. Gegen Plakatwerbung und Aufsteller in Geschäften sind wird machtlos. Aber alles was in deinem Briefkasten, deinem Email-Postfach, als Pushnachricht auf deinem Smartphone und in deinem Newsfeeds landet, kannst du kontrollieren.


Du kannst versuchen, das aktiv auszublenden. Aber auch das Ignorieren von Informationen beansprucht wertvolle Hirnkapazität. Cleverer ist es also, die Werbung gar nicht erst in dein Aufmerksamkeitsfeld kommen zu lassen.

  • Kataloge abbestellen

  • "Bitte keine Werbung" Aufkleber am Briefkasten anbringen

  • Newsletter abbestellen

  • Online-Shop Apps auf dem Handy löschen


Denn was passiert ganz häufig? In den Discounterprospekten die den Gratiszeitungen beiliegen, ist jeder Woche irgendetwas drin, was man brauchen könnte. Nichts was man gebraucht hat, bevor man ins Prospekt geschaut hat, sondern zum Beispiel Zimmerpflanzen, Dekokissen oder Freizeitbekleidung wie Jogginghosen und Sweatshirts. Also Dinge, von denen man schon mal noch ein zweites oder drittes kaufen kann.


Es ist nicht so, dass wir, bevor wir das Prospekt aufgeschlagen haben, dachten: Mensch, wenn diese Woche eine Jogginghose im Angebot ist, dann greife ich zu.

Also sei da ganz vorsichtig, ob erst die Werbung dich triggert, etwas zu kaufen oder ob die Werbung zum richtigen Zeitpunkt kommt.


Was meine ich damit, wenn ich sage “ob die Werbung zum richtigen Zeitpunkt kommt”?


Diättipp: Einkaufszettel

Ein Tipp, der immer wieder gegeben wird, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, um Geld sparen oder um erfolgreich eine Diät zu machen, ist:


Geh nicht ohne Einkaufszettel einkaufen.


Und das gilt nicht nur für Lebensmittel. Das ist auch ein super Tipp für alles andere.

Schreib dir einen Einkaufszettel für die Dinge, die du gerne hättest, die aber nicht dringend sind. Weil wäre etwas eilig, hättest du es schon gekauft. Und dann kannst du beim passenden Angebot zugreifen, oder dir Zeit lassen, das ideale Teil zu finden, statt etwas auszuwählen, nur eil es gerade im Angebot ist.


Wenn dein Kaufwunsch nur dadurch ausgelöst wird, das du von jemandem von außerhalb darauf hingewiesen wirst, dann ist es höchst wahrscheinlich etwas, was du gar nicht unbedingt brauchst.


Also zieh die Bomberjacke an und sei der Türsteher für deine Wohnung -

du entscheidest wer reinkommt und wer nicht.


Viel Spaß dabei!


Liebe ordentliche Grüße,


deine Sarah




32 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Sarah Kiefer

Dein Ordnungscoach für Lörrach, Freiburg, Waldshut, den Schwarzwald, Basel, Aargau, Solothurn, Zürich und das Elsass​.

  • Schwarzes Facebook-Symbol
  • Schwarzes Instagram-Symbol
  • Schwarzes YouTube-Symbol
  • Schwarz LinkedIn Icon

Newsletter

banner_expertin-ordnungswelt_web.png