Wäsche waschen mit System

Wolfgang Washalot ist daheim für die Wäsche zuständig. Jeden morgen und jeden abend streift er durch die Wohnung und sammelt Pyjamas in Badezimmern, Socken neben dem Bett und Arbeitskleidung vor dem Kleiderschrank ein und wirft sie in den großen Wäschekorb im Schlafzimmer. Alle paar Tage, wenn der Wäschekorb wieder voll ist und auch beim besten Willen nicht mal mehr ein Seidenhöschen von Waltraud auf den Berg passt, ohne herunterzufallen, macht sich Wolfgang ans Wäsche sortieren.

Wolfgangs Wäschesystem

Kleidungsstück für Kleidungsstück nimmt er aus dem Wäschekorb um es vor sich auf den jeweiligen Haufen zu werfen. Socken - 60 °C, schwarzes T-Shirt - 40 °C dunkel, beige Bluse - 30 °C fein, Jeans - 40 °C dunkel. Immer wieder muss er kurz überlegen welcher Haufen jetzt eigentlich für was war. Ah da ist das schwarze T-Shirt, das ist der 40 °C dunkel-Haufen. Dann geht es wieder weiter. Bis nur noch der halbe Wäschekorb gefüllt ist. Jetzt wird es für Wolfgang zu anstrengend, sich in den Wäschekorb zu beugen, und ein wenig muffig ist es auch da drin. Also kippt er den restlichen Inhalt neben die anderen Wäscheberge auf dem Boden und setzt sich zu ihnen auf den Boden, um weiterzumachen und den Wäschekorb leer zu sortieren. 

 

Als der Wäschekorb endlich leer ist sitzt Wolfgang zwischen 4 Wäschehaufen. Der 40 °C dunkel-Haufen ist riesig, definitiv mehr als in eine Waschmaschine passt. Er breitet seine Arme zu einer Baggerschaufel auseinander und greift sich die Menge 40 °C-dunkel-Wäsche die seinem Augenmaß nach in die Waschmaschine passt. Auf dem Weg in den Keller zur Waschmaschine verliert er dreimal ein Kleidungsstück und verheddert sich kurz vor der Waschmaschine in einer von Wiebkes Leggins. Erschöpft belädt er die Waschmaschine. Drei Teile passen nicht rein - darunter Williams Lieblingspullover - also nimmt er einen anderen Pullover wieder heraus und stopft Wiliams Batmanpulli hinein. Die  drei übrigen Teile nimmt er wieder mit nach oben und wirft sie zurück auf den 40 °C dunkel-Haufen. Kopfschüttelnd steht er vor den vier Wäschehaufen, als er hört dass Waltraud, Wibke und William nach hause kommen. "Oh nein, die Wäscheproduzenten sind zurück" denk er sich, breitet seine Arme wieder zur Baggerschaufel aus und wirft die gesamte Wäsche zurück in den Wäschekorb. 

 

Der arme Wolfgang! Geht`s dir wie ihm?  "Wäsche machen" das klingt schon unsexy. Dass es zukünftig ein leidenschaftliches Erlebnis wird kann ich dir nicht versprechen. Aber mit diesem Wäschesystem sagst du Baggerschaufel, Jengawäscheturm und Leggingsunfall ein für allemal Goodbye.

1. Bye-Bye Wäschekorb

Verabschiede dich von dem einen großen Wäschekorb in dem du alle dreckige Wäsche sammelst.  Die meisten Wäschekörbe sind viel zu groß, so dass immer ein "Bodensatz" zurück bleibt. Du leerst den Wäschkorb immer nur soweit bis du eine Waschmaschinenladung zusammengesucht bekommst. Da alles zusammen in diesem einen großen Wäschekorb landet ist das eine ziemliche Wühlerei, oder du musst Haufen bilden. Außerdem werden die untenliegenden Textilien unnötig zusammengeknautscht, ein muffeliger Geruch kann entstehen.

2. direkt sortieren

Statt die gesamte Wäsche erst in einem Wäschekorb zu sammeln, sortiere die  Wäsche direkt nach Waschtemperatur. Damit die dreckige Wäsche ihren Weg dort auch hin findet, implementiere eine Morgen- oder Abnedroutine um die Wäsche dorthinzubringen. Wohnst du über mehrere Etagen, so kann ein Korb am Fuße der Treppe wenn sich deine Wäschekörbe - ja, ab heute Mehrzahl - im oberen Stockwerk befinden, eine gute Hilfe sein.

3. Auf die Größe kommt es an

Nutze für jede Sorte (hell/dunkel & Temperatur) einen Behälter der dem Fassungsvermögen deiner Waschmaschine entspricht. Ich nutze dafür diese Taschen von Ikea, aus der Abteilung "Tonnen & Taschen" > "Behälter zur Abfalltrennung". Meine Waschmaschine  fasst 6 kg und eine locker gefüllte Tasche entspricht genau einer Ladung.  Achtung: Die Waschmaschine nie zu voll beladen, nicht stopfen, dann wird die Wäsche schön sauber.

4. Visuelle marker nutzen

Ein weiterer Vorteil, wenn dein Sortenbehälter dem Fassungsvermögen deiner Waschmaschine entspricht: Du setzt dir dadurch einen visuellen Marker. Ist der Behälter voll ist das das Signal: Zeit zu waschen! Durch den visuellen Marker "Sortenbehälter ist voll". So wäschst du immer dann wenn eine Maschinenladung komplett ist, und nicht erst wenn die Sockenschublade leer ist.

5. Labels, Labels, Labels

Nein, hier geht es nicht darum, von welchem Designer deine Klamotten sind. Bringe eine Etikettierung (engl. label) an deine Sortenbehälter an. So musst du nicht anhand der bereits im Behälter befindlichen Kleidung Rückschlüsse auf die Sorte machen. Alles was dein Hirn entlastet ist Gold wert! Die Taschen von Ikea haben vorne bereits ein Sichtfenster in das du eine beschriftetes Papier einstecken kannst - das finde ich sehr praktisch. Für geflochtene Körbe aus Rattan, Plastik oder Draht empfehle ich dir Etikettenclips.  Wannen kannst du mit Klebeetiketten beschriften, achte aber darauf, dass sie wasserfest sind. Die einfachste Methode zum Versiegeln ist ein transparentes Paketband darüberzukleben.

6. Sortenbehälter als Transportmittel

Du erinnerst dich an Wolfangs Baggerschaufelhände? Nutze deine Sortenbehälter als Transportmittel: Von ihrem Aufbewahrungsort --> Waschmaschine --> zum Trockner oder der Wäscheleine --> zur Bügelstation --> zurück in den Schrank. Der Vorteil von Taschen gegenüber Körben und Wannen ist dass du sie dank Trageschlaufen bequem mit nur einer Hand tragen kannst.

7. Platz sparen VS. Effizienz

"Aber wo soll ich denn die ganzen Sortenbehälter aufbewahren? Die brauchen doch viel mehr Platz als der Wäschekorb!" höre ich dich sagen. Das lässt sich nicht abstreiten, aber bisher brauchst du ja auch immer wieder den Platz um zu sortieren. Vielleicht machst du das wie Wolfgang auf dem Boden neben dem Wäschekorb oder neben der Waschmaschine. 

Wenn du dich für Wannen oder Körbe als Sortenbehälter entscheidest, dann ist ein Wäscheturm eine gute Lösung, er braucht ähnlich viel Grundfläche wie dein Wäschekorb und geht dann in die Höhe. Taschen mit Henkel kannst du an Wandhaken aufhängen. Wenn du sie aufstellen möchtest, achte darauf dass sie einen flachen Boden haben, sodass sie stabil stehen. Wäschesäcke empfehle ich aus diesem Grund nicht. Auf Pinterest habe ich dir ein paar Inspirationen zusammengestellt.

8. praktischer Lagerplatz

Am besten platzierst du die Sortenbehälter dort - oder in der Nähe von - wo am meisten dreckige Wäsche anfällt. Bei den meisten ist das im Bad, vielleicht ist es bei dir auch wo anders? Wenn es bei dir ist wie bei Wolfgang Washalot, wo die dreckige Wäsche überall in der Wohnung anfällt, können dir - jetzt wo die Behälter beschriftet sind - deine Waltraud, dein William und deine Wiebke helfen und ihre Wäsche direkt selbst sortieren. Oder du sammelst die Wäsche von überall ein: ein Einkaufskorb oder eine große Tasche kann dir prima als Vehikel dienen. Einsammeln und direkt sortieren. Am besten machst du das täglich, dabei hilft dir eine Routine.

9. Implementiere eine Routine

Was nützt das beste Wäschesystem wenn du es vernachlässigst? Solange wie du dich nicht der Freikörperkultur anschließt wird der Kreislauf der Wäsche nie enden. Wäsche zusammensuchen, sortieren, waschen, trocknen, zusammenlegen, bügeln, einräumen und wieder von vorne. Und das ganze teilweise auch noch parallel. So gibt es fast täglich irgendeine Wäscheaufgabe zu erledigen. Versuche dir jeden Tag ein paar Minuten Zeit für die Wäsche zu nehmen, so kommt es nicht zu einem Stau vor der Waschmaschine, im Trockner, auf der Leine oder neben dem Bügelbrett.

Fazit

Du bist nicht sicher, ob dieses System für dich funktioniert? Dann fang doch mal mit einem extra Sortenbehälter, beispielsweise für Kochwäsche, an und teste es mal für dich. Wieviele Sortenbehälter du am Ende für dich und deinen Alltag benötigst, wie die aussehen, wo sie stehen, das alles liegt ganz bei dir. Probier dich aus. Nur die beiden Bausteine "direkt sortieren" und "täglich schauen, ob eine Wäscheaufgabe ansteht" sind meiner Erfahrung nach essentiell, um ein stressfreies Wäschesystem zu kreieren.

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