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Ich hab dein Geschenk weggeworfen!

Weihnachten steht vor der Tür und damit auch die Erwartung, Geschenke für die Liebsten zu finden. Viele von uns befinden sich in der glücklichen Lage, sich mit zunehmendem Alter auch mehr selbst leisten zu können. Wir kaufen uns, was uns gefällt, dann wenn wir es wollen und warten nicht ab, bis wir uns dieser Wunsch von jemandem zum Geburtstag oder Weihnachtsfest erfüllen lassen. 

 

Trotzdem gilt nach wie vor: Zu Weihnachten soll man andere beschenken. Und wir werden beschenkt. So häufen sich nach und nach Dinge bei uns an. Manche die wir nicht unbedingt brauchen, denn sonst hätten wir sie uns ja wahrscheinlich selbst gegönnt.


Mitunter sind das dann auch Geschenke, die leider gar nicht zu uns oder unserem Stil passen, unseren Geschmack nicht treffen, oder die wir schlichtweg für unbrauchbar halten. Bei meiner Arbeit mit Kunden stoßen wir immer wieder auch auf Dinge die als Geschenk überreicht wurden aber nicht gefallen. Dann höre ich oft "das kann ich nicht wegwerfen, das war ein Geschenk." 

 

Die japanische Aufräumberaterin und Bestellerautorin Marie Kondo sagt zu Geschenken folgendes: Ein Geschenk hat seine Aufgabe in dem Moment, in dem es überreicht wird, erfüllt. Der Schenkende zeigt damit, " Ich habe mir Gedanken gemacht, was dich erfreuen könnte, ich habe an dich gedacht, ich möchte dir etwas Gutes tun." Die Freude die uns das Aussuchen, Kaufen und Schenken bereitet, steckt im Geschenk und wird weitergegeben.

 

An einem ungeliebten Geschenk aus einem Schuldgefühl heraus festzuhalten, ist das Gegenteil von dem was der Schenkende möchte. Dadurch, dass wir das Geschenk behalten, obwohl es uns nicht gefällt, machen wir die Geste nicht wertvoller. Wenn wir uns davon trennen, entwerten wir den Akt des Schenkens aber auch nicht.

 

Trotzdem solltest du ein ungeliebtes Geschenk nicht einfach entsorgen. Schau erstmal, ob du für das Geschenk eine andere Verwendung als für den gedachten Zweck findest: Eine Vase oder eine dekorative Schale die deinen Geschmack leider nicht trifft, kann beispielsweise als schöne Aufbewahrung für Waschmittel dienen oder zum Übertopf für eine Balkonpflanze werden. 

 

Wenn du für das Geschenk auch keine andere Verwendung finden kannst, gib es nicht einfach weg. Versuche es mit der selben Freude, mit der es zu dir gekommen ist, auch weiterzugeben. Frage dich, wem du damit ein schönes Gefühl geben kannst, wem du eine Freude bereiten kannst.


Jetzt hast du immer noch Angst, dass der Schenkende eines Tages bei dir zu Besuch ist und nach dem Traumfänger, dem Sofakissen, dem Zuckerdöschen oder dem Bilderrahmen fragt? Ich kenne Haushalte, in denen es Schränken gibt, mit Dingen, die bei der Ankündigung eines Besuchs hervorgeholt werden und danach wieder in eben diesem Schrank verschwinden. Was für eine Platz- und Energieverschwendung! 

 

Meine Meinung dazu ist folgende: Stehst du dem Schenkenden nahe, so sollte es in dieser Beziehung möglich sein, mit lieben, anerkennenden Worten mitzuteilen, dass du festgestellt hast, dass es dir sehr viel besser geht, seit du dich nur noch mit Dingen umgibst, die dir wahre Freude bereiten und die du gerne ansiehst; dass du Momente und Erinnerungen statt Gegenstände sammeln möchtest. Und dass du die Zeit mit dieser Person, Ihre Gesellschaft und eure gemeinsamen Erlebnisse sehr genießt. Aber dass das Geschenk leider nicht deinen Geschmack trifft. Frag, ob es möglich wäre, das Geschenk umzutauschen oder du machst einen Vorschlag, wer sich darüber freuen würde. Versuche für die Zukunft klar zu formulieren, was du dir wünschst und frage deine Freunde und Familie was sie möchten.

 

Sucht frühzeitig das Gespräch und tauscht euch aus, ob und in welcher Form ihr euch gegenseitig beschenken möchtet. So kannst du auch unangenehme Situationen vermeiden, in der einer eine Kleinigkeit als Geste besorgt und der andere tief in die Tasche greift, weil nicht klar war, in welchem Ausmaß ihr euch beschenken möchtet. Vielleicht möchtet ihr euch auch gegenseitig Zeit schenken. In der Glücksforschung ist schon lange bekannt, dass Erlebnisse und Erinnerungen uns glücklicher machen, als Gegenstände. Findet einen Termin für ein gemeinsamen Ausflug, einen Wochenendtrip oder ein gemeinsames Abendessen. 

 

Geschenke erhalten

  • Nach dem Aussortieren weißt du, was du möchtest, was du brauchst, was dir helfen würde, dein Wunschleben und -Wohnen zu gestalten. Schreib über das Jahr einen Wunschzettel, so kannst du mitteilen, mit was man dir eine Freude machen könnte.

Andere beschenken

  • Finde ein persönliches Geschenk. Wenn du dir selbst erklären kannst, welcher Aspekt des Geschenks zur Persönlichkeit des Beschenkten passt, hast du das richtige Geschenk gefunden. Hat deine Freundin eine stressige Zeit auf der Arbeit hinter sich, zündet zuhause oft Vanillekerzen an und geht gerne ins Thermalbad, so würde sie sich wahrscheinlich über ein Duftbad mit Vanillenote zur Entspannung am Feierabend freuen. 
  • Mach dir das Jahr über Notizen. Wenn eine Freundin oder ein Freund etwas erwähnt, das sie/er gerne hätte, sich aber selbst nicht gegönnt hat oder etwas das sie/er irgendwo gesehen oder gehört hat, notiere es dir. Oder wenn du etwas siehst, das dich an diese Person denken lässt, kaufe es direkt oder notiere es dir für später. Das nimmt dir eine ganze Menge Stress in der Vorweihnachtszeit. 

Eine Zeit-Geschenk-Idee der kleinen Schublade für ein gemeinsames Erlebnis mit deinen Freunden: Eine Handtaschen-Ausmistparty.

Schüttet voreinander eure Handtaschen aus. Lacht miteinander über eure vergrabenen Schätze, freut euch gemeinsam über Wiedergefundenes, tauscht euch über eure travel-must-haves aus und lernt gemeinsam, wie ihr in Zukunft Ordnung in eurer treuen Begleiterin haltet:  Spaß und interessanter neuer Gesprächsstoff garantiert!

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Kommentare: 3
  • #1

    Lena (Samstag, 10 November 2018 12:57)

    Bevor ich Quatsch schnke, verschenke ich lieber Zeit zu Zweit, in Form von Kino, Konzert oder Essen gehen. Eine Ausnahme gibt es jedoch, Teelichter in Servietten Technik, das ist ein suuuuper geschenk und jeder freut sich :-)

  • #2

    Kathi (Sonntag, 11 November 2018 12:59)

    Die Dame heißt Marie Kondo, Konmarie heißt ihre Methode zum Ausmisten. Ich frage die Leute vorher, was sie haben wollen, mit ist wichtiger, dass sie es gebrauchen können als dass es eine Überraschung ist.

  • #3

    die kleine Schublade (Donnerstag, 15 November 2018 06:55)

    Liebe Kathi, besten Dank, da hast du vollkommen recht, ich habe das korrigiert.
    Schön, wie du schenkst, ich wünsch dir eine schöne "Schenkzeit".

Tel. : +49 (0) 176 996 376 44


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